#textsorten für den umgang mit #wssnschftskmmnktn auf höhe der zeit #dfdu #nextsociety

Ein kleiner post neulich von sms2sms erinnerte mich wieder an ein schon lange anstehendes problem: der frage nach dem umgang mit kommunikation auf höhe der zeit in online wissenschaftskommunikation, konkreter: der idee aus bd. 1 / 2 (ursprünglich von naser ?), bildschirmkommunikation in textsorten zu gliedern, damit neue kontexte, rahmen, oder so ? schaffen…

Tina piazzi und stefan m seydel spannen eine acht auf zwischen sophrosyne und orgiastik und legen dort textsorten ab: traum, blitz, bekenntnis, memo tabu, märchen, drama. Für uns heißt:

  •  : ungestüm, schöpferisch, kreativ, zügellos, impulsiv, verstörend, wild, spontan,
  • : besonnen, reflektiert, bedacht, gelassen, provokant, absichtlich, nüchtern

Das deckt sich zum teil vermutlich mit . Wie auch immer. Es stellt sich aber folgende frage: welches ist die andere dimension der liegenden acht? oder reicht eine aus? bis als eine achse gedacht: was ist die andere? oder gibt es mehrere? hier ein paar überlegungen, in deren anschluss sich vielleicht textsorten für ein wissenschaftliches, prozessorientiertes schreiben (ablegen, relationale aufstellungen-> ) im  entwickeln lassen:

Die erste überlegung wäre, die unterscheidung von ordnungen von beobachtungen (wie luhmann, spencer-brown, und andere) hinzuzufügen. Was wäre gewonnen? Mit den beobachtungsordnungen könnte unterschieden werden, was und wie beobachtet wird. Z.b.

  • orgiastik / 1. ord.: impuls zu handeln, zerstörung von objekten, etc.
  • orgiastik / 2. ord.: anschuldigungen, verurteilung, lob, kritik, empathie,
  • orgiastik / 3. ord.: löschen von unterscheidungen (), nicht-nicht-positionen,
  • sophrosyne / 1. ord.: (objekt)beschreibungen, inventur (listen),
  • sophrosyne / 2. ord.: beobachter analysieren, funktionssystemanalysen, abwägungen, etc.
  • sophrosyne / 3. ord.: (selbst-)reflektion von wissenschaft, methodenkritik, theorietheorie

Die unterscheidung der beobachtungsebene ist, so bedeutsam sie sein kann, jedoch nicht immer sinnvoll innerhalb eines textes auseinander zu halten. Für die entwicklung unterschiedlicher textsorten scheint sie daher wenn überhaupt für eine idealtypische differenzierung (weber) hilfreich – also nicht hilfreich (webers idealtypen finden sich m.e. zu schnell mit angeblichen unentscheidbarkeiten, der niemals treffend beschriebenen realität und anderen umständen ab, woraus dann eine zufriedenheit mit “sind ja nur idealtypen”, d.h. unschärfen resultiert. Dass unterscheidungen kontingent sind, wird zumeist außer acht gelassen… kann man streiten. Will ich hier nicht). Aber wie sollen wir hieraus unterschiedliche textsorten für wissenschaftliches schreiben im entwickeln?

Wir können dann die überlegung anstellen, dass eine auch oft verwendete achse der unterscheidungen zutreffender wäre: selbstreferenz / fremdreferrenz

Die unterscheidungen der beobachtungsebene wäre damit weiter möglich, nur eben nicht textsortenbestimmend. Selbstreferenz steht dabei für die referenz auf den , fremdreferenz für die referenz auf seine (oder beobachter in seiner umwelt). Im kontext wissenschaftlicher kommunikation könnte man daraus im extrem der eine unterscheidung von wissenschaftlicher selbstreflexion, und wissenschaftlichen analysen nicht-wissenschaftlicher ‘objekte’ anschließen. Auf seite der gäbe es die möglichkeit spontane beobachtungen, verstörende spekulationen, löschen von unterscheidungen und andere elemente des prozesses wissenschaftlicher kommunikation einflechten, texte, die bislang wenig bedeutung im selbstreferentiellen geflecht disziplinärer diskurse finden. Z.b. zettelkästenzettel und blogeinträge, notizen, assoziationen, lose anküpfungen, erinnerungen, etc.

Wir können hier vermuten, dass diese verdopplung den neuen strukturen und prozessen wissenschaftlichen arbeitens entsprechen könnte, die im umgang mit dem internet entstehen, genauer: die anforderung und damit verbundenen chancen texte früher als vor dem peer-reviewten journal dem diskurs auszusetzen, vielleicht in genau dem sinne abzulegen wie in beschrieben. Aber es ginge auch anders, oder mehr?

Im anschluss an luhmann und derrida können wir konstruktiv und dekonstruktiv unterscheiden; weiter richtung sophrosyne wäre konstruktivistisch und dekonstruktivistisch, richtung orgiastik wäre konstitutiv und destruktiv. Gewonnen ist hier eine komplexe theoriearchitektur, die, genau wie architektur, unzählige möglichkeiten das haus zu nutzen zulässt. Alle vorher genannten unterscheidungen könnten weiterhin eingebracht werden, so z.b. selbstreferentiell – (de)konstruktiv fremdreferentiell-(de)konstruktiv. Orgiastische notiert (freischrieb ?) wirkt das spontan vielversprechend, assoziativ, verlinkend, ein netz für gedankenfischer…

Weiter ausgebaut und das konzept von eingeflochten könnte eine solche verschachtelung auch so aussehen:

Die Sorten märchen drama tabu scheinen hier noch problematisch eingeteilt, aber dennoch, zeigt die y-achse vielleicht etwas, das zuvor verborgen war. Denkbar sind natürlich noch viele weitere achsen, z.b. im anschluss an die tetralemmaüberlegungen und rilkes fenster:

oder auch die erweiterung / interpretation mit gotthard günther wie schon #NegativeLanguage (Gotthard Gunther)” href=”https://www.sinnsysteme.de/reading-the-list-of-the-deleted-distinctions-as-negativelanguage-gotthard-gunther-2/”>hier neu für textsorten interpretiert:

oder noch eine dritte z-achse für zeit?

Letztlich müssen wir jedoch besondere vorsicht / nachsicht (sophrosyne) walten lassen und uns zugleich beim driften erfreuen (orgiastik) um nicht textsorten zu produzieren die textproduktion verhindern. Kategorien, textsorten, all das eher fenster (rahmen) als spiegel-bilder (idealtypen) der praxis im umgang mit kommunikation auf höhe der zeit ()…

Irgendwer irgendwelche ideen?

Noch ein letzter einfall: piazzi und seydel unterscheiden textsorten (siehe oben) und bildsorten. Aber könnte man nicht die bildsorten (perspektive, fenster, dokumentation) nutzbar machen, um die textsorten zu spezifizieren? Und weiter geht’s…

2 comments Add yours
  1. in band 2 beschreiben wir ja inhaltlich was wir mit den einzelnen positionen meinen. da scheinen ja alle deine begriffe aus der liste 1.-3. ordung platz zu haben. da sehe ich keinen zugewinn. die idee die 5. positionen des tetralemma in der tiefe zu denken ist anregend. keine ahnung.

    spontan. wie du bei näser und andern nachschauen gehen kannst: “schreiben im netz” verlängert deren listen einfach ins unermessliche. es wird additivistisch und macht mir in der praxis keinen praktischen unterschied mehr. gleichzeitig ist bei näser auch sichtbar, dass sie neue vorschläge nicht integrieren können.

    wir sind also allein. die professoren raten auch bloss rum. just do it diffrent!

    wichtig war uns in der praxis von rebell.tv zu gucken, wie wir es machen. und so zu tun, als würden wir es ernst nehmen. und zu beobachten, was dann entsteht… (aber auch das haben wir in band 2 ja expliziert… )

    1. ja genau. war ja im anschluss an euch formuliert. wollte hier nur “rumraten” anhand von ein paar weiteren unterscheidungen… mir scheint ein problem ist, dass alle welt versucht zu beobachten wer was wie macht und nicht begreift, dass, macht man beim beobachten nichts anders (anderes anders machen), alles aussieht wie zuvor. ich vermute also oder schlage vor (da bin ich wahrscheinlich ganz bei euch) dass man schon beobachten machen muss und zwar anders. machen + das machen und das wie ernst nehmen + beobachten was wird = beobachten = machen
      oder? wissenschaft kann sich da einfach nicht rausnehmen und so tun, also könnte sie nur “beobachten”… oder: das kann sie schon machen, aber eben halt: machen.

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