#denk_mal: #hack_week in der #wssnschft! hier ist ein plan im entstehen!!! nachwirkungen der #rp12 #vorfreude

ich habe gerade das video über @dropbox’s gesehen (siehe mitte) und bin absolut fasziniert. springe verrückt zur wissenschaft und denke: warum schaffen wir das nicht, warum die wirtschaft, warum nicht wissenschaft? #denk_mal: in den wissenschaftsbetrieb! hacking als organisationsroutine

irgendwie traurig, dass die organisationen der wirtschaft mehr von wissenschaftlicher freiheit (die schon immer freiheit _quer_ zu denken war) verstanden haben als wissenschaftsorganisationen heute. da hilft es auch nicht, wie einige wissenschaftlerinnen, den alten zeiten nachzutrauern (“vor bologna war alles besser”- schwachsinn. es war nur anders). wer bewart weigert sich zu gestalten (nicht wirklich, ich weiss… selbstverständlich gestalten auch diejenigen, die bewahren. aber faktisch macht man sich mit dieser psoition mehr türen zu als auf, und wer sagt dass nicht hinter der nächsten tür eine kreative lösung liegt für neue probleme? ist der karneval der wissenschaft (auch wenn ich – kölner hört weg – kein großer karnevalfan bin…);

ich #denk_mal: ist eine woche mit nur einer regel: ‘es gelten keine regeln’… eine woche die freiräume schafft; den schwerpunkt von zu verschiebt (luhmann, der gsllschft:138f) wenn “wir von kognition als lernbereitschaft ausgehen und lernbereitschaft als fähigkeit zur strukturveränderung begreifen” (ibid.:150)

 

unterscheidungen löschen = fenster öffnen

unterscheidungen suspendieren = durchlüften

= türen zu denk(frei)räumen öffnen, strukturen ändern, lernen ermöglichen

 

hacking als soziale form nutzen in einer woche des um die ecke denkens…

 

e anwendungsgebiete sind denkbar! für schulentwicklung schule trifft sich in den sommerferiene eine woche lang zur – warum nicht? und kommt jetzt nicht mit “schaffen wir doch nie, die leute zu mobilisieren”. es gibt immer wege…

aber wie jetzt konkret?

ich dachte mir: ab nächstem semester wird das ein projekt für mich in egal welchem arbeitskontext ich mich finde:

  • in der wissenschaftlichen lehre: eine woche in der seminare ausfallen, alle sich treffen in einem raum. kaffe und essen wird gestellt und man bleibt 5 tage am campus; denken und arbeiten an verrückten ideen. neue projekte, absurde hypothesen, wissenschaft treiben als gäbe es kein morgen, kein peer review, keine gedankenpolizei der rechthaberei, keine orthodoxie des wissenschafts(ver/be)triebs, denkfreiräume schaffen.
  • in der forschung: projekt supendieren. keine emails beantworten (autoresponder: “‘tschuldigung, (link zum youtube video), melden uns danach…”) liegengebliebene ideen angehen, absurde hypothesen verfolgen als gäbe es keine beweispflicht, mit freunden und kollegen denken bis die köpfe rauchen. schreiben. bloggen. neu schreiben. zeichnen. . netze spinnen – spinnen.

 

aber eines weiss ich: würde ich irgendwann mal prof sein (#manwirdjawohlnochträumendürfen) wird das jedes semester stattfinden. und nicht nur das. auch auf ebene der universitätsentwicklung könnte das eingebaut werden. die kontexte sprengen. sitzungsalltage der ermüdenden langweiligkeit, erschöpfenden selbstdarstellungen und voll atemraubender ergebnislosigkeit sollten der vergangenheit angehören. wenn wirtschaftliche unternehmen sich es im wortsinne *leisten* können, dann kann, nein MUSS uni das umso mehr.

für mich ist: freiheit (vorsicht: normativ! d.h. ich wünsche mir…). vor allem freiheit zu denken (die unterscheidung von bewusstsein und kommunikation ist hier vorausgesetzt). dies ist selbstverständlich nur im rahmen von strukturen möglich (luhmann), aber das temporäre suspendieren verfestigter strukturen könnte besonders der wieder ihre augen öffnen. der elfenbeinturm (struktur) ist noch kein problem wenn man es sich ab und zu erlaubt auf dem kopfstehend mit einem bunten kaleidoskop in die welt zu sehen. es krankt die wissenschaft, die selbstverliebt auf ihr wissen sieht und nicht begreift, dass zum erinnern, wissen und lernen eine bereitschaft zu vergessen gehört. es ist eine die auf setzt, die chancen hat die zu sehen… auf setzen, das ist es was die realisiert. heisst lernbehinderungen aufheben…

 

 

schon in anderem zusammenhang schreibt sebastian ploenges (@autopoiet) von “hacking als sozialer form”; gegen ende begann er weiter zu denken hin zu einer praxis des hackens und was das bedeuten kann. mit blick auf die konkrete umsetzung, meine ich, kann und vielleicht sogar muss der bildungsbereich hier von der wirtschaft lernen. wissenschaft brauchte schon immer funktionale äquivalente zum hacking nur waren es wohl bislang strukturen, die solche formen des denkens begünstigen mussten (soziales prestige der wissenschaftler, freiheit der wssnschft, relativ flexible studienordnungen, usw.) – das hat sich sicherlich gewandelt.

heute stehen leistungsoptimierung, qualitätsmanagement, drittmittelzwänge, bolognareform und folgen, sinkende oder steigende studierenden zahlen, exzellenzcluster, etc. im immer stärkeren widerspruch zu funktion und logik der wissenschaft selbst. (ich will mich nicht beschweren ) aber ist die lösung veränderungen rückgängig zu machen, auf alte zustände zu pochen und eine bewahrung zu fordern?

die zeigt hier einen ausweg. einen ausweg der der logik der einer (und anderer kontexte?!?) der angemessen scheint. man braucht wohl keine strukturbewahrung als viel mehr eine aktive strukturgestaltung… raum schaffen für


 

dies ist nur ein erster gedanke. sonntag nach der #rp12, nachwirkungen sind wohl noch zu spüren. aber das ist jetzt ein projekt. eines aber, an dem ich hoffentlich nicht mehr aufhöre zu arbeiten. eines das andere begleitet. das die routine formt, die wissenschaftliche arbeit ermöglicht.

beitrag status: nicht abgeschlossen


8 comments Add yours
  1. Hi sebastian. vielen dank für den hinweis, habe den alten link sofort ergänzt… den hattest du mir ja eigentlich neulich geschickt, oder? sorry für meine ungenauigkeit… hoffe ich kann noch bei gelegenheit solider auf den artikel bezug nehmen… mal sehen was wird. bin noch am stücke aufräumen und enden zusammenknüpfen von der #rp12… btw. haben dich schmerzlich vermisst :)

  2. Hi Moritz! Du hast natürlich Recht, ich hatte Dir den Link wegen der LaTeX-/Ulysses-Geschichte geschickt – hatte ich auch gar nicht auf dem Schirm. Kein Problem also. Bin übrigens sehr interessiert am weiteren Nachdenken über diese Fragen hier, gerade in Hinsicht auf die Möglichkeitsbedingungen von Erziehung und Bildung. Da sollten wir mal die Köpfe zusammenstecken? Bis dahin lese ich hier gerne erst einmal mit. Die Wege von Christian @Strippel und Dir auf der #rp12 hätte ich auch sehr gerne gekreuzt. Musste aber arbeiten und konnte unmöglich nach Berlin kommen.

  3. @autopoiet gerne mitlesen (und kommentieren…); köpfe zusammenstecken mit @strippel klingt natürlich noch besser, hoffe es wird nicht bis zur #rp13 warten müssen ;)

  4. »ich #denk_mal: #hack_week ist eine woche mit nur einer regel: ‘es gelten keine regeln’… «Ich bin mir nicht sicher, ob das dann überhaupt ›Hacking‹ im engeren Sinne ist. Ein Hacker müsste (streng genommen) dann genau diese eine Regel als Möglichkeitsraum begreifen – und andere Regeln etablieren oder die Regelhaftigkeit der ›Hack Week‹ unterlaufen. Die Verordnung von Freiwilligkeit ist traditionell paradox gelagert…

  5. “Ein Hacker müsste (streng genommen) dann genau diese eine Regel als Möglichkeitsraum begreifen – und andere Regeln etablieren oder die Regelhaftigkeit der ›Hack Week‹ unterlaufen.” aber ist nicht genau das, was passiert? die woche bietet einen möglichkeitsraum, die eine regel bietet die *möglichkeit* (!) nicht den zwang neue regeln zu etablieren (oder eben produkte, ideen ausprobieren, hypothesen verfolgen die vorher unmöglich schienen, die alten grenzen missachten und neue schaffen *können* (aber nicht *müssen*!) ist nicht die woche selbst der hack? die regelmäßigkeit macht dann nur den hack zum prinzip – was aber nicht weiter stört wenn was der hack ‘ist’ sich ja dann je neu in der differenz von störung zu dem je aktuellen möglichkeitsraum (oder umgekehrt) ‘formt’.die woche kann dann auch nur so lange als #hack_week gelten, sofern sie als störung im unterschied zum möglichkeitsraum definiert werden kann, oder wie du schreibst: “Hacking wird so als systematische Störung denkbar”. würde, könnten wir jetzt annehmen, eines tages die hack-week sich nicht mehr von den organisationsroutinen oder der logik der wissenschaft (oder allgemein: des gehackten systems) unterscheiden (in welchem aspekt nun auch immer: code, personen, rollen, programme), dann wäre es eben keine #hack_week mehr. oder: was wäre wenn alle in der #hack_week weitermachen würden als wäre keine #hack_week… das wäre dann der hack des hacks und sicherlich auch davon nur eine mögliche ausprägung (schließlich könnten sich auch ganz andere formen etablieren, tischtennisturniere beispielsweise…)ich meine, wenn ich deinen text richtig verstanden habe, dann ist diese problematik, die du ansprichst, ja bereits von anfang an teil des hacking: um ‘erfolgreich’ hacken zu können muss man die immer implizite möglichkeit (!) den hack zu hacken soweit ausblenden, dass nur sozusagen ‘notfalls’, also wenn der hack sich wider erwarten als etablierte struktur selbst löscht die kontingenz des hacks selbst mitbeobachtet wird. andernfalls beobachtet sich doch nur die katze wie sie sich in den schwanz beisst. also vielleicht: in der zeit entfalteter re-entry? so wäre die verordnung von freiwilligkeit zwar paradox aber eben produktiv entfaltet… oder wie will man sonst hacking als form nutzen? lässt sich hacking so nicht vielmehr als befehl (ähnlich vielleicht zu: “cross!” von george spencer-brown) verstehen? die #hack_week wäre dann das: der befehl: “hack!” und damit die form. der ‘inhalt’ der form (die entstehenden #hacks der #hack_week und die #hack_week als form selbst könnten so (hinterher) nicht mehr unterschieden werden, ganz in george spencer-brown’scher manier. und dann wieder: der satz: “nur eine regel: es gelten keine regeln” ist ja schon selbst paradox angelegt… könnte man es so entfalten? oder wenn nicht, hättest du eine andere idee? ich bin gespannt und weiter fasziniert von der idee der #hack_week… ich bräuchte gerade jetzt mal eine. so nach dem motto: “hack your phd proposal!” :)

  6. »würde ich irgendwann mal prof sein (#manwirdjawohlnochträumendürfen) wird das jedes semester stattfinden«»ist nicht die woche selbst der hack?« Ja und nein. Die Hack-Week ist möglicherweise eine Unterbrechung der Routine – aber (auch ohne Zwang!) eine gewollte Unterbrechung. In Anlehnung an die in meinem Artikel angeführten frühen Telephonie-Hacks von John Draper alias »Capt’n Crunch« wäre die Hack-Week dann schon eher so etwas wie die bereitwillig garantierten monatlichen Freiminuten des Telefonanbieters Deiner Wahl; »Projektwoche« hieß so etwas dann bei uns damals in der Schule. Ein klassischer Hack wäre eine solche Woche nur, wenn sie gegen die Verfahrensregeln des Systems / der Organisation durchgeführt wird, nicht als Timeout oder einwöchige Alternative zum ansonsten ungestörten Funktionieren der Routinen. Am Code oder Programmen wird hier ja gar nicht erst angesetzt, auch bei der Dropbox-Firma im obigem Beispiel nicht… insofern hätten wir es ohne Zweifel mit einer Variation der Entfaltung des Freiwilligkeits-Paradoxons zu tun, aber halt nicht mit ‘nem Hack. Wenn nun Studierende, Schüler etc. in eigener Regie auf die Idee kämen, eine Hack-Week zu organisieren, dabei den Anschein einer üblichen Schul- oder Uniwoche aufrecht halten, dann kämen wir der Sache vielleicht schon näher. Wenn sie dann noch auf die Idee kämen, unter peinlicher Beachtung wissenschaftlicher Standards Simulationen von Haus- oder Seminararbeiten zu erstellen (z.B. auf Basis von imaginärer Literatur, von Bullshit-Papers usf.) und sie anschließend versuchen würden, Dir das Zeug unbemerkt unterzujubeln – dann hätte man eine (nicht sonderlich produktive) Variante eines Hacks gefunden. Was Raffinierteres fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Aber vermutlich reicht das Beispiel, um meine Schwierigkeiten mit solchen Versuchen anzudeuten (die ganzen Playstations, Basketballkörbe und Kickertische in zeitgeistigen Bürokomplexen sind eine Variation dessen).

  7. Ok. ich seh den punkt ja ein. gewollt ist eben nicht der ‘letzte hack’. aber dennoch ist das mehr als ‘projektwoche’ und setzt sich eben schon gegen den code und programme durch. betrachtet man nur die organisation (dropbox z.b. oder die uni), dann ist es sicherlich schwieriger, die #hack_week von bloßen projektwochen zu unterscheiden. aber betrachtet man den wissenschaftlichen kontext, dann ist es doch genau das, was du angesprochen hast, was dort passiert: man überlegt als gäbe es keine wissenschaftliche logik der argumentation, beweispflicht, intersubjektivität, referenz- und rezeptionsnetzwerke, meinetwegen auch mit erfundener literatur oder bullshitpapers oder so. und das dann vielleicht nicht mir sondern einer zeitschrift unter zu jubeln wäre vermutlich (jetzt nicht einmalig und noch nie dagewesen aber vll. trotzdem) aus dem ein oder anderen blickwinkel spannend. wie dem auch sei: es gilt dort eben nicht, was sonst gilt: wissenschaftliche logik (code(s) und programme)für die organisation ist es sicher schwieriger das als hack zu beschreiben, besonders, wenn man managment mit baecker schon als kontrollierte (selbst)störung der organisation begreifen muss. aber: projektwoche könnte das nicht: sie müsste der wissenschaftlichen logik folgen, sie ließe nur zu den organisatorischen rahmen als kontingent zu beobachten, nicht aber code und programme. sie lässt so vielleicht auch die ein oder andere veränderung (dann aber nicht hack) aufscheinen, die dann wieder zurückwirkt in organisation und wissenschaft. aber das entscheidende fehlt doch, nämlich das kontingent setzen der strukturen, störung als operation, die “eigene Wirksamkeit [entfaltet], und zwar indem sie auf die Begrenztheit der Möglichkeiten verweist und das System so in einen kritischen Zustand versetzt” (http://sebastian-ploenges.com/texte/Hacking.pdf – s. 12)…vielleicht kommt die unsauberkeit zustande, weil wir zu leicht(fertig) organisation und funktionssystem verwechseln, und selbst dann zu leichtfertig, wenn man mit luhmann ein funktionsprimat des funktionssystems für die jeweilige organisation beobachten kann (auch wenn ich das für eher eniger ausgegorene theorie halte… zumindest könnte man ergänzen). das problem ist dann aber, dass wir ja die ‘woche’ selbst nicht als größe der wissenschaft sondern als größe der organisation betrachten können. von #hack_week könnten wir vielleicht dann sprechen, wenn die organisation die struktur gibt (in form einer #hack_week), dass operationen die kontingenz der strukturen des referenzsystems (hier_: wissenschaft) beobachten, was dann aber auch dazu führt, dass die strukturen der organisation selbst als kontingent beobachtet werden können, zumindest insofern, als dass ihr funktionsprimat (?) sowie kopplungsverhältnisse ignoriert werden (können). es passiert dann sozusagen ein zwar formal (durch die organisation) initialisierter versuch, der dann aber aus dem ruder laufen könnte (nicht müsste).was spricht denn dagegen #hack_weeks als zeitgemäße form des management zu verstehen? oder anders herum: kann ein hack denn wirklich quer zu allem stehen oder kann er nicht zwangsläufig immer auch als in irgendeinem systemrahmen konsequent / redundant (und damit eben nicht als hack) beobachtet werden? hoffe ich habe dich nicht zu grundsätzlich falsch verstanden…

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